Bollinger-Bänder

von André Schulz on 17. Dezember 2013. Updated 21. Januar 2014 in Technische Analyse

Bollinger Bänder

John Bollinger entwickelte in den Jahren um 1980 einen Indikator der Technischen Analyse. Dieser, Bollinger-Bänder (auch Bollinger Bands) genannt, soll es dem Nutzer ermöglichen größtenteils Hinweise auf Veränderungen des Trends zu bekommen. Nach Bollinger existieren drei Bänder:

Das mittlere Band stellt den Mittelwert dar und berechnet sich als arithmetisch gleitender Durchschnitt der vergangenen n Tage. Am häufigsten wird hierfür der Wert 20 verwendet.

Um das obere und untere Band zu berechnen, benötigt man die Differenz die beim oberen Band mit dem Mittelwert (Mittleres Band) addiert wird oder beim unteren Band vom Mittelwert subtrahiert wird. Diese Differenz berechnet sich aus der Standardabweichung multipliziert mit einem Faktor k.

Der Faktor k entspricht in der Regel dem Wert 2.
Die Standardabweichung ist die Wurzel aus der Varianz für n Tage. Hierbei entspricht n wieder im Regelfall dem Wert 20.

Berechnung für das obere Band:
Mittleres Band + Standardabweichung * Faktor k

Berechnung für das untere Band:
Mittleres Band – Standardabweichung * Faktor k

Wer wissen will wie man die Varianz berechnet, findet mehr dazu am Ende des Beitrags.

Die Idee hinter den Bollinger Bändern basiert auf der Gaußschen-Normalverteilung die besagt, dass naheliegende Werte um einen bestimmten Mittelwert häufiger eintreten, als Werte die weiter außerhalb dieses bestimmten Mittelwertes liegen. Daraufhin verwendet man die Standardabweichung multipliziert mit dem Faktor k als Mittelwert, der den Verlauf des Kurses innerhalb der letzten 20 Tage grob beschreibt.

Die Standardabweichung kann nur positiv sein, weshalb ein höherer Faktor k die Vergrößerung der Differenz zwischen allen Bändern zur Folge hat. Daraus resultiert, dass beim Einsetzen von höheren Werten für den Faktor k auch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich der Kurs des nächsten Zeitschritts innerhalb der Bollinger Bänder befinden wird. Dazu folgende Beispiele:

k = 1; 68,3% – Wahrscheinlichkeit für den nächsten Kurs innerhalb der Bollinger Bänder
k = 2; 95,4% – “
k = 3; 99,7% – “

Die richtige Interpretation

Nähert sich ein Kurs vom mittleren Band zu einem der beiden äußeren Bänder, dann wird angenommen, dass der Kurs die Richtung nur kurzzeitig beibehält.
Schmiegt sich ein Kurs an das obere oder untere Band und durchbricht dieses nicht im nächsten Zeitschritt, dann geht man davon aus, dass sich der Kurs im Anschluss wieder in die andere Richtung bewegen wird. (Trendwende eines schwachen Trends.)
Bricht der Kurs aus dem Kanal aus, so vermutet man, dass es sich um einen Trend handelt, der sich weiterhin in diese Richtung bewegen wird.
Schnürt sich der Kanal zu bzw. wird die Differenz zwischen den Bändern sehr gering, dann geht man davon aus, dass eine größere Kursbewegung bevorsteht, dessen Richtung man mit den Bollinger Bändern allein nicht vorhersagen kann.

John Bollingers Grundintention war es Signale über Kaufs- und Verkaufsempfehlungen zu vermitteln. Bewegt sich der Kurs in der Nähe des oberen Bandes, so solle man verkaufen. Analog dazu ist ein Kauf empfehlenswert, wenn der Kurs sich am unteren Band befindet. Auch diese Aussagen treffen in den meisten Fällen zu, allerdings empfiehlt Bollinger zusätzlich die Verwendung weiterer Chartanalysen.

Berechnung arithmetischen Mittel (auch Durchschnitt):
Arithmetisches Mittel = (1 + 2 + 3 + 4 + 5) / 5 = 3

Berechnung der Varianz:
Varianz = ((1 – 3)² + (2 – 3)² + (3 – 3)² + (4 – 3)² + (5 – 3)²) / 5 = 2

Berechnung der Standardabweichung:
Standardabweichung = sqrt(2) = 1,41
= Wurzel aus der Varianz

Die Standardabweichung kann nur positiv sein, da

  • zur Berechnung der Varianz alle relevanten Terme quadriert werden
  • die Standardabweichung das Ergebnis einer Wurzelfunktion ist
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