Candlestick Chart

von André Schulz on 19. Dezember 2013. Updated 21. Januar 2014 in Technische Analyse

Candlechart Stick

Der Candlestick Chart visualisiert über einen bestimmten Zeitraum hinweg die Verläufe von Vermögensgegenständen. Im direkten Vergleich zum Linienchart fällt auf, dass der Candlestick Chart vier Kursdaten anzeigt, während der Linienchart nur eins darstellt. Entscheidend für den Aufbau der Candlesticks sind zwei Elemente. Zum einen das kleine Rechteck, welches dem Körper des Candlesticks entspricht, und zum anderen die Linien am unteren und oberen Ende des Rechtecks.

Candlestick

Das Rechteck entspricht dem Körper und beschreibt die Spanne zwischen dem Eröffnungs- und Schlusskurs. Die obere Linie wird als Docht oder oberer Schatten bezeichnet und zeigt immer den Höchstkurs der entsprechenden Periode an. Die untere Linie bezeichnet man als Lunte oder unterer Schatten und stellt immer den Tiefstkurs für diese Periode dar. Somit erhalten wir vier Werte:

  • Höchstkurs
  • Eröffnungskurs
  • Schlusskurs
  • Tiefstkurs

Grundsätzlich unterscheidet man innerhalb der Candlestick Charts zwei Arten von Candlesticks. Diese sind in unterschiedlichen Farben gekennzeichnet, meist schwarz/weiß, grün/rot oder blau/orange. Die unterschiedliche Farbwahl gibt Aufschluss darüber, ob ein Candlestick bullish (steigend) oder bearish (fallend) ist.

Ist ein Candlestick bullish (steigend), so zeigt das obere Ende des Körpers den Eröffnungskurs und das untere Ende den Schlusskurs.

Ist ein Candlestick bearish (fallend), so zeigt das obere Ende des Körpers den Schlusskurs und das untere Ende den Eröffnungskurs.

Der erweiterte Informationsgehalt durch die Darstellung ist nicht der einzige Vorteil bei der Benutzung des Candlestick Charts. Die japanische Kerzenchartanalyse bzw. Candlestick Chartanalyse umfasst zahlreiche Formationen, die auf das Verhalten des Kurses innerhalb der nächsten Perioden hindeuten. Eine Formation beschreibt im Prinzip ein bestimmtes Verhaltensmuster und gibt Aufschluss über mögliche Folgen. Diese Formationen helfen dabei die Stimmungen am Markt zu erkennen und richtig zu interpretieren, wodurch sich Voraussagen über den langfristigen oder kurzfristigen Verlauf der zukünftigen Kursrichtungen treffen lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Aussagen richtig sind unterscheidet sich von Formation zu Formation und liegt im Durchschnitt bei etwa 60% – 70%.

Der Candlestick Chart lässt keine Informationen des Liniencharts aus, sondern erweitert ihn. Dadurch ist auch dieser Chart kompatibel mit den Methoden der technischen Analyse und mit technischen Indikatoren.

Die Entstehung

Munehisa Homma (1724 geboren), ein japanischer Reishändler vielmehr bekannt als „Gott der Märkte“, verwendete jahrelange Aufzeichnungen von Preisen an der japanischen Reisbörse zur Entwicklung der Candlestick Charts und analysierte diese um die Prognosen über die Preisentwicklung für den Reis für sich zu nutzen.

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